Ada Rabenstern – literarische Gastbeiträge

Wir freuen uns, euch heute eine literarische Gastbloggerin vorstellen zu dürfen. Ada Rabenstern ist eine Sammlerin – eine Sammlerin von Worten. Sie wird hier einige ihrer Worte und ihrer Texte – ihre Impressionen aus dem Keller – mit uns teilen. Viel Spaß mit den folgenden zwei Texten:

Stille

Ich wünschte, ich hätte eine Stimme. Ich wünschte, ich hätte eine Geschichte, die ich in die Welt schicken könnte. Ich habe nur Worte, die nicht zusammengehören. Sie kommen aus dem Nichts und gehen zurück ins Nichts. Kein Ziel, kein Sinn. Sie wabern durch das Sein – genau wie ich. Am Ende bleibt nichts übrig. Stille, die schreit, ist trotzdem nur Stille.

bis dass der Tod euch scheidet

Ich verstecke mich in meinem Hirn. In diesen Tagen ist die Wirklichkeit unerträglich. Ich bin unerträglich. Ich habe alles, was ich wollte, habe das Ziel erreicht. Ich sollte glücklich und zufrieden in meiner sicheren Nische hocken und der Welt den Finger zeigen. Weil ich es geschafft habe, weil ich endlich den Ort habe, der es mir ermöglicht, in dieser Welt zu überleben. Best-Case- Szenario. Aber es geht mir beschissen. Wenn wir ehrlich sind, war das zu erwarten, aber ich hatte gehofft … gehofft, dass es dieses eine Mal anders ist, dass ich vielleicht ein klein wenig Zufriedenheit finde und sie sogar bewahren kann. Ich konnte nicht. Ich bin, wer ich bin, wer auch immer das ist. Meine Einsamkeit erdrückt mich und das Bewusstsein, dass sie mich niemals verlassen wird, hält mich am Boden. Niemand zählt mich aus. Etwas zu brauchen, das nicht existieren kann … In mir brodelt eine emotionale Bombe, die niemals hochgehen kann. Ich möchte weinen und schreien und um mich schlagen, aber die Grenze ist unüberwindbar. Ich bin so wütend auf dich, auf sie, auf mich, auf meinen beschissenen Körper, der einen Witz aus mir macht. Eingeschlossen in meinen Todfeind und keine Hoffnung … nicht ein Atom Hoffnung, dem jemals zu entfliehen. Zerstörst du ihn, zerstörst du dich – bis dass der Tod euch scheidet.

foto_ada

Falls euch Ada Rabensterns Texte auch gefallen haben, dürft ihr euch schon jetzt auf weitere Gastbeiträge freuen. Oder – bei akuter Ungeduld –  einen Blick auf ihre eigene Seite werfen.

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