Nils auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Die Frankfurter Buchmesse ist jedes Jahr ein Highlight für alle Buchmenschen – auch für uns astiküsse. Wir wollen euch unseren kleinen Messe-Recap nicht vorenthalten und lassen unsere Genossen, Autoren und Blogger zu Wort kommen. Wie Nils, Julia und Jannis ihren gemeinsamen Messe-Tag erlebt haben und welche unterschiedlichen Eindrücke dabei entstanden sind, lest ihr hier...

In Frankfurt bummeln auf der Buchmesse aka In Frankfurt umme saufen und fressen

Nach fünfzehn Minuten Bahnfahrt und langem hin und her Telefonieren mit unserm Genossen Jannis (»Hey Digga, wo steckst du? Bin jetzt in Halle 2.0, jetzt 1.1, jetzt 3,14, jetzt Gleis 9 ¾...«), kam ich auf der Buchmesse an. Er sagte mir immer das gleiche, nämlich, dass er auf dem »Kein und Aber«-Turm sei. Was ich anfangs für ein schlechtes Wortspiel hielt, entpuppte sich als, vom gleichnamigen Verlag, aufeinander gestapelte bunte Container, welche jeweils eine kleine Vorlese-Lounge beherbergten. Auf der kleinen Aussichtsplattform traf ich auf Jannis und hatte zum ersten Mal das Vergnügen mit unserer Genossin Julia.

Wir begannen unsere Sauftour, Verzeihung, unsere boheme Reise am Stand einer Winzerei [Firma Schmitt aus dem Rheingau]. Ganz ungeniert schnappten wir uns jeder ein Weinglas und ließen dieses im Siebenminutentakt von einem sehr freundlichen Ober, mit einem Herz für Schnorrer nachfüllen. Wir wussten wir würden nichts kaufen, er wusste wir würden nichts kaufen, es war die perfekte Symbiose aus Schnorrer und Alk-Samariter. Dann hieß es: »Mh, ja nö. Ich könnt schon was essen!«
»Ich auch.«
»Dito. Dann lass doch zum Italienier.«
»Jo, klingt gut.«
»Machen wir.«

Mir grauste es bei dem Gedanken im Messegelände zu einem Italiener zu gehen, wo ich wahrscheinlich schon fünf Euro zahlen muss, um dort ein Stück Bruschetta anschauen zu dürfen. »Aber man gönnt sich ja sonst nichts«, versuchte ich mich zu überzeugen. Doch ich unterschätze meine Genossen. Wir zogen weiter zu einem Stand mit italienischen Leckereien [La Fattoria], wo man uns mit delikater Salami, Parmesan und Rotweinbrot verköstigte. Irgendwann erklärte mir Jannis, dass Mittwoch und Donnerstag alles gratis ist, weil nur Blogger und Presse zur Messe zugelassen werden und die Verlage, Winzereien et cetera pp, gute Publicity wollen. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge im Süßigkeitenladen. Ich, dessen bloggerisches Schaffen an Captain Hooks linker Hand abgezählt werden kann, hatte ein Presseticket und wurde nun von Verlagen abgefüllt, von denen ich noch nie gehört hatte. Nach dem Besuch beim Italiener bekam ich langsam ein Gespür für tatsächliche Interessenten und Menschen unserer Art. Die busy Businessleute trugen Anzug, sprachen oftmals englisch, russisch oder französisch, benutzen Worte wie profitorientiert, indifferent und anyway.

Es wurde immer opulenter. Wir arbeiteten uns durch diverse Stände und uns nach oben. Von Bier, Wein und Sekt zu vornehmeren Sekt, zu Gin mit Gingerale (oder Traubensaft? bin kein Somelier, nur Schnorrer). Am letzten Stand gab es – aber nur für Insider – 25 Jahre alten Scotch [EDEN Books]. Als Beilage servierte man eine Art Radieschen Paste, so wie bunten Salat mit dem wohl aller aller zweitbesten Holzofenbrot dieser Welt.
Wohlgenährt und ordentlich einen im Tee, besuchten wir zum Abschluss ein Konzert in Halle Halli Galli 4,9263² [Beltz und Gelberg], wo zwei sehr aufreizende Kubanerinnen mit ihrer Band eine stimmungsgeladene und mitreißende Show ablieferten.

Fazit: Danke astikos, dafür, dass ihr auch den Vollidioten in unserer Gesellschaft wie mir eine Stimme gebt (und mir somit freien Eintritt verschafft habt). Danke Julia und Jannis, für eine fantastische, witzige Zeit. Danke liebe Verlagswelt für das Festmahl, dass ihr aufgefahren habt. Mit diesem Text revanchiere ich mich für all das. Es ging ja um Publicity oder? Und wie heißt es in dem Film Straight Outta Compton jede Publicity ist gute Publicity. Gern geschehen, Leute!

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