Verlag neu denken

Unser Motto ist »Verlag neu denken«. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Unser Ansatz eines neu gedachten Verlags lässt sich am besten folgendermaßen zusammenfassen: Wir sind eine postkapitalistische, digital-dezentrale, konsensdemokratische Verlagsgenossenschaft.

Postkapitalistisch? – Weil unser Ziel nicht Gewinnerziehlung ist, sondern eine faire Beteiligung aller, die an einem Buchprojekt mitarbeiten.

Digital-dezentral? – Weil wir kein festes Büro haben und in verschiedenen Städten leben und arbeiten, und das natürlich digital.

Konsensdemokratisch? – Weil jeder gleichberechtigt bei allen Entscheidungen mitentscheiden darf – und soll.

Und Genossenschaft… naja, weil es unserer Meinung nach die einzige Rechtsform ist, mit der sich das verwirklichen lässt.

postkapitalistisch

Wir bei astikos bauen auf ein transparentes System nach außen. Damit Arbeitsschritte nicht im Dunkeln bleiben, legen wir unter anderem unsere Kalkulationen offen. Daraus geht hervor, wie viel Anteile der Preisgestaltung an Lektorat, Korrektorat, Herstellung, Druck, Marketing und die Autoren geht. Dabei muss für jedes Projekt eine neue Kalkulation aufgestellt werden. Letztendlich wird jede Kalkulation auch dem Leser zugänglich gemacht, woraus sich die Integration aller Beteiligten feststellen lässt.

Außerdem verzichtet der Verlag auf jegliche Art von Kopierschutz, um die Handhabung der digitalen Produkte für den Leser möglichst einfach zu gestalten. Durch die Öffnung nach außen besteht die Möglichkeit zu jeder Zeit Kritik und Feedback zu äußern, woraus eine offene Diskussion, auch mit Nicht-Genossen, entsteht. Vorzugsweise über unser astiforum. Daraus folgt auch der Ansatz sich keinem Preisdiktat einzelner, großer Unternehmen zu unterwerfen, weshalb die gleichen und fairen Bedingungen für alle Vertriebskanäle gelten. Wir vertreten keinen Konkurrenzgedanken und lehnen diesen auch konsequent ab.

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digital-dezentral organisiert

Über ganz Deutschland verteilt und ohne festen Verlagssitz: für eine effektive Arbeit am Buch müssen da neue Wege der Zusammenarbeit gefunden werden. Was liegt da näher, als sich aufgrund der dezentralen Ausgangslage digital zu vernetzen? Damit alle Mitglieder sämtliche Diskussionen verfolgen und aktiv daran teilnehmen können, bedienen wir uns einiger digitaler Hilfsmittel. Statt klassischer Teamsitzungen treffen wir uns in regelmäßigen Skype-Sitzungen, die auch für nichtanwesende Mitglieder fortlaufend protokolliert werden. Beispielsweise werden alle Gespräche, wir wir auf Skype in einem Protokoll festgehalten. Aufgaben definieren, sammeln und delegieren wir in Basecamp, an Dokumenten arbeiten wir gemeinsam mit Google Docs, und unsere Dateiablage ist eine für alle zugänglich Own-Cloud-Lösung auf einem eigenen Server.

Mit dieser digital-dezentralen Organisationsstruktur ist sichergestellt, dass jedem Mitglied jederzeit und überall sämtliche Informationen zur Verfügung stehen, die für eine Entscheidungsfindung nötig sind. Auch die Abstimmungen selbst finden auf diese Weise statt, indem dafür über Basecamp eine Nachricht an alle Mitglieder verschickt, oder in Skype zur Abstimmung aufgerufen wird.

Die einzige Versammlung, die es nach wie vor als physische Zusammenkunft gibt, ist die jährliche Generalversammlung, in der über die Arbeit des Verlags reflektiert wird. Diese Versammlung findet während der Frankfurter Buchmesse statt; sie ist in der Genossenschaft (unserer Geschäftsform) vorgeschrieben und entspricht der Mitgliederversammlung in Vereinen oder, größer gedacht, einer Aktionärsversammlung. Natürlich könnten wir auch dieses Treffen digital abhalten, wir nutzen diese Möglichkeit allerdings, uns wenigstens einmal im Jahr persönlich zu treffen.

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konsensdemokratisch

Genossenschaft ist für uns nicht nur eine Gesellschafts- oder Geschäftform, sondern auch und vor allem eine gemeinsame Idee von Zusammenarbeit. Deswegen ist unsere Genossenschaft nicht basisdemokratisch, sondern vielmehr konsensdemokratisch angelegt.

Basisdemokratie ist für uns nicht gemeinschaftsfähig genug, da aufgrund der Möglichkeit der Überstimmung bei schwierigen Themen keine Lösung gefunden werden kann, mit der wirklich alle einverstanden wären. Hingegen in der Konsensdemokratie muss so lange diskutiert werden, bis alle Beteiligten sich entweder einig sind oder einer Lösung zustimmen, mit der sie leben können.

Damit jeder seine Meinung befreit äußern kann, wurde innerhalb des Verlages bei wichtigen Entscheidungen das Abstimmungssystem Uwe Lübbermanns (Premium Cola) übernommen:
  • 1: Voll einverstanden
  • 2: leichte Bedenken
  • 3: schwere Bedenken
  • 4: sich zurückziehen
  • 5: Veto

Stimmen im Bereich von 1–4 gelten dabei als Zustimmung. Lediglich die 5 ist Zeichen einer Uneinigkeit und signalisiert, dass das Thema noch nicht ausreichend diskutiert wurde.
Abstimmungen, die alle Mitglieder betreffen, werden mit genügend Vorlaufzeit angekündigt, damit alle Zeit haben, sich über den Sachverhalt zu informieren. Die Abstimmung erfolgt dann über einen festgelegten Zeitraum. Wer sich innerhalb dieses Zeitraums nicht geäußert hat, gibt quasi eine 4 ab und signalisiert durch Enthaltung seine Zustimmung.


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Verlagsgenossenschaft

Warum Genossenschaft? Eine Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder und deren soziale und kulturelle Belange mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern. Soweit die Theorie.

Der astikos Verlag wurde als Genossenschaft gegründet, um offen für Mitglieder zu sein, die sich mit unserer Interessensgemeinschaft, unserem Zweck, unseren Zielen und unserer inhaltlichen Ausrichtung identifizieren können. Dabei steht der Gleichberechtigungsgedanke im Vordergrund. Jeder kann an allen Projekten des Verlags teilhaben – wenn er möchte. Durch die unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen unserer Mitglieder eröffnen sich uns so viele Möglichkeiten, unsere Projekte umzusetzen. Die Gleichberechtigung zeigt sich aber ebenso sehr in der Höhe der erforderlichen Kapitaleinlage. Jeder, der Genosse/in werden will, zahlt eine Einlage von 250 Euro. Die Genossenschaft schreibt außerdem den Verlag als gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb fest – dieser ist im Sinne der Förderungsaufgabe nicht gewinnorientiert.

Trotz Gleichberechtigung bedarf es bei einer Genossenschaft per Gesetz eines Vorstandes. Dieser setzt sich zum jetzigen Zeitpunkt aus Katharina Eichler, Nikk Schmitz und Daniel Bräuer zusammen. Entscheidungen werden trotzdem gemeinsam und konsensdemokratisch getroffen. Für alle Mitglieder besteht die Möglichkeit, Diskussionen zu verfolgen und aktiv daran teilzunehmen. Da astikos dezentral organisiert ist, finden die meisten Treffen im virtuellen Raum statt – einmal im Jahr gibt es eine Generalversammlung, in der über die Arbeit des Verlags reflektiert wird. Diese Versammlung findet während der Frankfurter Buchmesse statt.
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